Willkommen auf LIGNA Talents!

Der Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen (VDMA) freut sich Sie 2011 zu drei besonderen Wettbewerben auf der weltgrößten Messe der Forst- und Holzwirtschaft, LIGNA, einzuladen:

Schülerinnen und Schüler von allgemeinbildenden Schulen können ihr Talent bei einem Artikel-, Video- und CNC-Wettbewerb mit attraktiven Geldgewinnen als Prämie und erfahrenen Profis als Coaches unter Beweis stellen.

Alle Informationen zu den einzelnen Wettbewerben und der Teilnahme finden Sie auf der rechten Seite in unseren Kategorien oder weiter unten auf dieser Seite.

Auf dieselbe Weise können Sie inzwischen auch die Ergebnisse unserer Wettbewerbe finden – das gilt sowohl für die Artikel, als auch die Videos.

Besuchen Sie auch gern unser Profil auf Facebook. Dort finden Sie weitere interessante Informationen, sowie Fotos der letzten LIGNA-Jahre und der Wettbewerbe von 2011.

Fragen können jederzeit per Email an Simone Valenzuela, Applikatio (holz@applikatio.com), geschickt werden.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr LIGNA Talents Team

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Die Gewinner des Schreibwettbewerbs

Bei so vielen guten Texten rund ums Thema Holz fiel es der Jury besonders schwer, Gewinner zu benennen. Nach einer langen Beratungsphase stehen sie aber nun fest.

Das LIGNA Talents Team gratuliert ganz herzlich:

1. Platz Ilka Brühl (Otto-Brenner Schule Hannover) mit dem Text „CNC – ein Orchester ganz anderer Art“ (400 Euro)

2. Platz Kristina Bauer und Bastian Krüger (Geschwister-Scholl-GS Göttingen) mit dem Text „Auf dem Holzweg!“ (250 Euro) und Rebecca Weyer und Laura Harms (Gymnasium Langenhagen/ Käthe-Kollwitz-Schule) mit dem Text „Prinzipiell ganz leicht“ (250 Euro)

3. Platz Paula Watlach und Nuowei Wang (Kaiser-Wilhelm und Ratsgymnasium Hannover) mit dem Text „Nutzen ja, nur eben nachhaltig“ (200 Euro)

Laura Ebeling und Olaf Kösel (Gymnasium Langenhagen) erhalten für ihren Text „Energiewunder Holz“ eine Anerkennung von 150 Euro.

Maximilian Macalla und Wiedad Mohamed (Kaiser-Wilhelm und Ratsgymnasium Hannover) erhalten für ihren Text „Von Holz zu Plastik“ eine Anerkennung von 100 Euro.

Marie Kottwitz und Hannah Gessler (Hainberg Gymnasium Göttingen) mit dem Text „Ohne Nachhaltigkeit kein Wald“ und Martin Fuchs (Elsa Brandström Schule Hannover) mit dem Text „Auf dem Holzweg“ erhalten jeweils eine Anerkennung von 50 Euro.

Das LIGNA Talents Team hat sich sehr über alle Beiträge und die engagierte Teilnahme aller Schüler und Schülerinnen gefreut.

Die Ergebnisse unseres Videowettwerbs findet ihr hier.

Ergebnisse unseres Schreibwettbewerbs

Unsere schreibenden Nachwuchsjournalisten haben auf der LIGNA aktuelle Themen rund ums Holz bearbeitet. Die Ergebnisse findet ihr weiter unten auf der Seite.

Die Ergebnisse des Videowettbewerbs findet ihr unter anderem hier.

Von Holz zu Plastik

Holz ist ein Werkstoff der Zukunft. Er eignet sich nicht nur für Möbel- und Hausbau, Energiegewinnung und als Arbeitsmaterial für Künstler – er kann sogar Produkte aus Erdöl ersetzen.

Von Maximilian Macalla und Wiedad Mohamed

Erdkugel aus Holz und Kork auf der LIGNA

Feuerfeste Holzhäuser. Brücken aus Holz, über die schwere Lastwagen rollen. Plastik aus Holz. Alles Dinge, die verwundern und doch möglich sind. Auf der Weltmesse für Forst- und Holzwirtschaft, LIGNA, zeigen zahlreiche Aussteller aus aller Welt neue Technologien, mit denen sich solche Visionen umsetzen lassen.

Der Holzwissenschaftler Dr. Martin Ohlmeyer von der Universität Hamburg erläutert, was man aus Holz alles bauen kann: herkömmliche Möbel wie das Ikea-Regal oder sogar ganze Windräder.

Holz kann viele Stoffe ersetzen, ohne die das Leben heute unmöglich scheint. So lassen sich zum Beispiel Klebstoffe für Holz aus Holzbestandteilen synthetisieren, die sonst aus Erdöl gewonnen werden müssten. „Für mich hat Holz eine Perspektive, Erdöl ist schließlich endlich“, sagt Ohlmeyer.

Auch eine Perspektive haben Holzhäuser, denn sie bieten gegenüber Betonbauten viele Vorteile.

Allein wegen seiner Natürlichkeit sehen Menschen in Holz ein warmes, einladendes Material.

Es erhöht den Komfort und hat eine beruhigende Wirkung, wenn es in Räumen eingesetzt wird, wie eine Studie des österreichischen Forschungszentrums Joanneum ergeben hat.

Durch Holz lässt sich zudem die Luftfeuchtigkeit in einem Zimmer regulieren. Und im Brandfall ist es ungefährlicher als Stahl, der seine Statik schon bei niedrigen Temperaturen verliert, weil er schmilzt. Wenn Holz zu brennen beginnt, bildet sich eine Rußschicht, die zuerst das restliche Holz isoliert.

Das verlängert die Zeitspanne, in der das Gebäude stabil bleibt. Selbst Erdbeben verkraften Holzkonstruktionen gut, denn Holz ist flexibel und kann Druck- und Zugkräften widerstehen.

Mit den Bau von Holzhäusern kennen sich der Vorsitzende des Verbands der niedersächsischen Zimmermeister, Karl Hoffmeister, und sein Geschäftsführer, Wilhelm Rheil, aus.

In letzter Zeit gehe der Trend wieder zu Holzhäusern, und zwar zu solchen, denen man ihren Baustoff auch ansieht. „Manche Kunden wollen verputzte Fassaden.

In Norddeutschland möchte man Klinkerfassaden, aber viele Menschen bevorzugen Gebäude aus Holz oder verwitterte Fassaden“, sagt Rheil.

Um das Holz für den Hausbau vorzubereiten, wird es zuerst getrocknet. Früher musste es dafür monatelang gelagert werden, heute trocknet Holz dank neuer Techniken innerhalb einer Woche – zum Beispiel bei Unterdruck in Hitzekammern.

Anders als man vielleicht denkt, werden dabei kaum Chemikalien eingesetzt. Das Holz wird höchstens imprägniert.

Aus Holz lassen sich nicht nur Einfamilienhäuser bauen.

Zum Beispiel entstand im niederländischen Ort Sneek eine Brücke, deren Trägerkonstruktion komplett aus Massivholz besteht. Sie ist sogar für schwere Lkw geeignet. Auch das Expo-Dach auf dem hannoverschen Messegelände besteht zum größten Teil aus Holz und galt um die Jahrtausendwende als Meilenstein des Holzbaus.

In Zukunft lassen sich möglicherweise noch größere Monumente aus Holz verwirklichen. Derzeit sind die Auflagen für Statik und Brandschutz aber noch nicht erfüllbar.

Daran wird intensiv geforscht. Die Statik lässt sich durch spezielle Verleimungen gewährleisten, und der Brandschutz lässt sich durch die Dicke des Holzes verbessern.

„Fügt man zwei Zentimeter hinzu, bleibt das Gebäude bei einem Feuer etwa eine halbe Stunde länger stabil“, sagt Karl Hoffmann vom Verband der niedersächsischen Zimmermeister.

Holz wird auch verbrannt, um Energie und Wärme zu gewinnen. Es ist aufgrund seiner hohen Dichte gut dafür geeignet. In einer relativ kleinen Menge Holz ist viel Energie gespeichert, was am langsamen Wachstum der Bäume liegt.

Holz in der Papierherstellung

Die Energieversorger setzen darum auf Umtriebsplantagen, auf denen sie in kurzer Zeit viele Bäume zur Energiegewinnung oder zur Papierherstellung anpflanzen können.

Auch bei der Papiergewinnung kann Energie aus dem Holz noch genutzt werden, denn für das Papier wird nur der Zellstoff benötigt.

Das die Verholzung der Zellwände verursachende Lignin bleibt als Abfallprodukt übrig und wird meistens verbrannt.

1998 entdeckten Forscher des jungen Unternehmens Tecnaro jedoch, dass sich aus dem Lignin auch Plastik herstellen lässt. Es könnte das auf Erdöl basierende normale Plastik auf lange Sicht ersetzen.

Noch ist das aber zu teuer für die Massenfertigung. Das wird sich vermutlich mit den steigenden Ölpreisen ändern. Das Unternehmen hat sich bereits die Patente gesichert und expandiert.

Holz bietet als Naturprodukt eine unmittelbare Erfahrung für den Menschen mit seiner Umgebung. Deshalb ist auch Kunst aus Holz auf der LIGNA vertreten, und die Aussteller bieten verschiedenes Kunsthandwerk an.

Was Holz für den Künstler Bernd Pfister so interessant macht, ist seine „Rückstrahlfähigkeit“. Es schlucke die Körperwärme nicht wie Stein oder Metall, sondern gibt sie wieder und fühlt sich dadurch warm an.

Das Holz hat innen hohle Stellen oder Risse, die der Künstler nicht vorausahnen kann. Jedes Stück Holz ist einzigartig. „Das gibt dem Holz Lebendigkeit, es ist fast wie ein Mensch“, sagt Pfister. Er richtet sich in seinem Handwerk nach dem Holz, nicht umgekehrt.

Welchen Stellenwert wird Holz in Zukunft haben? Vieles deutet darauf hin, dass Holz eine größere Rolle in unserem Leben spielen wird – sei es nun in der Energieversorgung, in der Art, wie wir wohnen, oder in der Kunst. Es ist regenerativ und unschädlich. Doch es zu nutzen, bringt eine Verantwortung mit sich, eine Verantwortung der Natur gegenüber.

Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (Jahrgang 10)

Deutschland macht mehr aus Holz

Holztechnik aus Deutschland ist in der ganzen Welt gefragt. Das liegt vor allem an den guten Maschinen und der fundierten Ausbildung. Auf der weltweit größten Holzmesse LIGNA kann man sehen, warum das so ist.

Von Lisa Kaiser und Karen Früh

Wenn man über die weltgrößte Holzmesse LIGNA schlendert, ist von der Finanzkrise in Deutschland nichts mehr zu spüren:

Deutsche Maschinen und deutsche Holzfachleute sind so beliebt wie lange nicht mehr. Unzählige Besucher aus dem Ausland stehen Schlange, um sich deutsche Technik zeigen zu lassen oder direkt Verträge zu unterschreiben.

„,Made in Germany‘ ist ein Qualitätsmerkmal“, sagt Max Theobald, Technical Manager bei Leitz Asia. Die Firma aus Oberkochen stellt Präzisionswerkzeuge her und kann sich auf der Messe über viel Interesse freuen.

„Obwohl wir teurer sind, kaufen viele unsere deutschen Maschinen und Werkzeuge – wegen der Qualität.“ Deutsche Technik sei langlebiger, schneller, benötige weniger Wartung und sei deutlich bedienungsfreundlicher.

„Ein vermeintlich billiges Produkt ist oft nicht wirklich billig, da es schneller Verschleißerscheinungen aufweist.“

Know How ist gefragt

Damit man aber so gute Technik auch richtig nutzen kann, braucht man die passende Ausbildung.

In Deutschland basiert sie auf theoretischem und praxisorientiertem Lernen. „Aufgrund der vielfältigen Ausbildung haben deutsche Fachkräfte auch im internationalen Maßstab einen hervorragenden Ruf.

Sie gehen in andere Länder, um dort ihr Know-how zu übermitteln“, sagt Dieter Fink von Applikatio, einem Ingenieurbüro für Holztechnik.

Denn: „Außerhalb von Deutschland arbeiten viele Menschen im Holzhandwerk und in der Industrie ohne Ausbildung“, ergänzt Heiko Wörner, Projektleiter „Sektorentwicklung Holzindustrie“ in Vietnam.

„Das führt zu einem niedrigeren Standard an Fachwissen.“

Studieren geht über Probieren

Das Holzstudium in Deutschland verbindet theoretisches Fachwissen mit praktischer Arbeit“, hebt auch Diplom-Ingenieur Florian Resch von der Fakultät für Holztechnik und Bau der Hochschule Rosenheim hervor.

„Man lernt nicht nur die Theorie, sondern gleich auch die Praxis.“ Viele setzten sich in ihren Doktorarbeiten außerdem mit dem Lösen von Problemen bei der Verarbeitung und der Holztechnik selbst auseinander. „So etwas gibt es außerhalb Deutschlands nur selten.“

Deutschland exportiert also nicht nur Maschinen, sondern auch Know-how in viele Länder. Dänemark, Holland, Österreich oder die Schweiz haben sich inzwischen dem hohen Ausbildungsstandard angepasst.

Denn auch sie wissen: Gute technische Ausbildung und effiziente Technik begünstigen sich gegenseitig wie in einem Kreislauf.

Und bei Holz werden beide Aspekte immer wichtiger: „Der älteste Rohstoff wird auch der Rohstoff der Zukunft sein“, sagt Dennis Bieselt vom VDMA.

„Holz wächst nach, kann energiearm verarbeitet werden und speichert CO2.“ Die Aussichten auf Jobs in dem Bereich seien deshalb gut. Holzfachkräfte könnten in der ganzen Welt arbeiten. Die LIGNA 2011 warb also nicht nur für Holz, sondern auch für Deutschland.

Gymnasium Langenhagen (Jahrgang 11)

Mit Kunst in der Nische

Auf der LIGNA kann man erleben, dass aus Holz wahre Kunstwerke entstehen können. Denn für Holzbildhauer ist das Material eines, „mit dem man alles machen kann“.

Von Lorenz-Alexander Bartsch und Noah Grossmann

Design der Fachakademie für Raum- und Objektdesign Cham

Design der Fachakademie für Raum- und Objektdesign Cham

Er griff zu. Der Holzscheit lag schwer in seiner Hand. Er beugte sich über die Werkbank. Die Klinge seines Messers glänzte im fahlen Mondlicht und er begann zu schnitzen …

Was der kleine Michel aus Lönneberga in Astrid Lindgrens Roman aus Langeweile tat, ist für viele heute ein Traumberuf:

Als Holzkünstler sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Schnitzen, hobeln, drechseln – alles, was das Herz begehrt.

Doch was macht den Umgang mit Holz so reizvoll für Künstler?

Auf der Holzweltmesse LIGNA in Hannover ist man sich einig: Kunst und Holz, das passt. Für Maike Thormeyer, die sich im zweiten Lehrjahr ihrer Holzbildhauerlehre befindet, ist Holz ein Material, „mit dem man einfach alles machen kann“.

So bietet der Werkstoff Holz einerseits Möglichkeiten und Herausforderungen, die ihn interessant machen, andererseits aber auch Gefahren. Denn Holz vereint verschiedene Eigenschaften, die es wahrlich lebendig wirken lassen.

Zwar bewegen sich die Bäume (noch) nicht wie die Ents im „Herren der Ringe“ und geben den Menschen mit tiefer Stimme Ratschläge, aber durch Wuchsrichtung, Feuchtigkeitsgehalt und klimatische Bedingungen wird jeder Baum einzigartig.

Wer Kunstwerke schaffen will, muss eine lange Ausbildung absolvieren.

„Wer Objektdesigner werden will, braucht sowohl Talent als auch Fleiß – und beides hat wahrlich nicht jeder“, mahnt der Student Bert Frührauf.

Er hat bereits seinen Meister als Tischler gemacht, wollte „sich danach weiterentwickeln“. Denn die Tage, in denen ein Tischler mit wenigen Angestellten seinen Betrieb führen konnte, die Möbel nach eigenen Entwurf baute und auslieferte, und damit sein täglich Brot verdiente, sind gezählt.

Kleine Tischlerunternehmen bekommen immer häufiger fertige Ware geliefert und fungieren oft nur noch als Montageunternehmen für Konsumenten und Großunternehmen.

Spezialisierung ist wichtig

Um diesen Trend entgegenzuwirken, rät Frührauf zu vermehrter Spezialisierung in der Tischlerbranche. „Wer nicht in der Montage von Bauelementen, also im Ein- und Auspacken von Möbelteilen enden möchte, muss neue Wege gehen und so den eigenen Horizont erweitern.“

Arne Schmidt-Osterloh, Ausbilder an der Berufsfachschule Flensburg für Bildhauerei, hat schon ganz andere Zeiten erlebt.

„Jeder meiner Schüler weiß, dass er für einen Nischenberuf ausgebildet wird, aber gerade deswegen sollten alle Absolventen flexibel und breit aufgestellt sein.“ Schmidt-Osterloh schätzt, dass nur etwa zehn Prozent der an seiner Schule Ausgebildeten den eigentlichen Kernberuf des Holzbildhauers ausüben.

Durch die Technisierung der Betriebe gehört das individualisierte Bildhauerhandwerk zu einer aussterbenden Zunft, die auch die privaten Auftraggeber kaum retten können.

Und wie sich Kunst mit Wirtschaft verbinden lässt, kann man an Astrid Lindgrens Roman auch gut erkennen. Am Ende verkaufte Michel all seine Holzmännchen und wurde ein reicher Mann.

Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (Jahrgang 10)

Energiewunder Holz

Holz speichert mehr CO2 als viele denken. Als klimaschützender Werkstoff wird es deswegen für viele immer attraktiver. Auf der Holzmesse LIGNA in Hannover kann man schon heute sehen, wie in Zukunft mit Holz das Klima geschützt werden kann.

Von Laura Ebeling und Olaf Kösel

Holz ist ein Klimaschützer, der ein ungeahntes Potenzial in sich birgt.“ Thomas Hoenig ist Experte, was Holz angeht. Der 25-Jährige ist Forstwissenschaftler in Göttingen – ein Beruf, der spannender ist, als sein Name auf den ersten Blick verrät.

Als Forstwissenschaftler leistet er durch die Bewirtschaftung der Wälder einen wichtigen Anteil zum Klimaschutz.

Denn die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern stellt die Basis für eine klimaschonende Zukunft dar. „Holz ist der einzige Rohstoff, der sowohl bei der Produktion als auch bei der Nutzung Kohlenstoff speichert.“

Thomas Hoenig muss deshalb darauf achten, dass nie mehr Holz geerntet wird als nachwächst.

Die Wälder werden nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet, denn sie sind mit all ihren Funktionen ein entscheidender Klimaschützer:

Jeder Baum nimmt pro Kubikmeter Holz etwa eine Tonne CO2 auf. Wenn man in Europa den Wald um zehn Prozent vergrößern würde, könnte man damit jene 25 Prozent CO2-Einsparung erreichen, die im Kyoto-Protokoll verlangt werden.

Die Verwendung ist entscheident

Aber nicht nur das Wachstum der Bäume, sondern auch die nachhaltige Verwendung von Holz, sei es stofflich oder energetisch, ist ein guter Beitrag zum Klimaschutz.

Das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) beispielsweise berät Gemeinden und Kommunen, wie sie Holz optimal nutzen können.

„Holzabfälle sind keinesfalls gleich ,Abfälle’“, sagt Martin Schutze, Fachreferent von HeRo. „Es kann mit einem positiven Beitrag zum Klimaschutz entsorgt werden.“

Die Weiterverarbeitung von Hölzern zu Hackschnitzeln oder Pellets sei nur eine von vielen Möglichkeiten, diese klimaschonend zu verwerten.

Als Beispiel: Ein 20 Jahre altes Einfamilienhaus mit einer Fläche von 100 bis 150 Quadratmetern hat einen Energiebedarf von 15 Kilowatt.

Mit einer herkömmlichen Ölheizung entspricht dies einem CO2-Ausstoß von 14 Tonnen pro Jahr. Eine Pellet-Heizung würde 75 bis 80 Prozent einsparen.

Neue Einsatzmöglichkeiten zum Klimaschutz

Um Holz noch klimaschonender einzusetzen, ist nicht nur die energetische, sondern auch die stoffliche Nutzung von großer Bedeutung, erklärt Heinrich Cordes, ehemaliger Vorsitzender des früheren Bundes deutscher Zimmermeister.

„Die stoffliche Verwendung von Holz bietet den Vorteil, dass das gespeicherte CO2 während der gesamten Nutzung nicht wieder an die Umwelt abgegeben wird.“

Ein Beispiel der stofflichen Nutzung ist das Passivhaus. Es besteht aus mit Dämmmaterialien kombiniertem Holz, das im Idealfall ohne zusätzliche Heizung auskommt.

„Steigende Energiepreise machen diese Form der Verwendung immer attraktiver“, sagt Cordes. Denn mit einer Amortisationszeit von etwa zehn Jahren rentiere sich so eine Immobilie relativ schnell.

Das bedeutet, dass nach zehn Jahren die ursprüngliche Investition gedeckt ist. Mit dem gesparten Geld kann der Besitzer dann beispielsweise eine Reise in die Karibik bezahlen und braucht wegen der eingesparten CO2-Emissionen auch kein schlechtes Gewissen wegen des Fluges haben.

Holz und Windkraft

Eine weitere Möglichkeit zur stofflichen Verwendung ist das Windrad aus Holz, das auf der LIGNA Hannover vorgestellt wurde.

Allein in dem Turm der Windkraftanlage sind etwa 2000 Tonnen CO2 gespeichert, und durch die vergleichsweise kostengünstige Aufbaumöglichkeit können nach Angaben des Herstellers bis zu 30 Prozent Kosten eingespart werden.

Das Gute beim Passivhaus und auch beim Holzwindkraftwerk ist, dass man das Holz nach dem Abriss immer noch zum Verfeuern benutzen kann.

Sei es fürs Heizen oder zur Stromgewinnung, beim Verbrennen von Holz wird genauso viel CO2 freigesetzt, wie vorher darin gespeichert wurde.

In Zeiten des Klimawandels, in denen das Thema Klimaschutz eine in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird, gewinnt die Suche nach erneuerbaren Energien immer größerer Bedeutung.

Holznutzung lohnt sich finanziell

Die nachhaltige Nutzung von Holz ist dabei eine sinnvolle und wirtschaftlich rentable Alternative zu herkömmlichen Rohstoffen wie Öl oder Gas.

„Die stoffliche und energetische Verwendung von Holz wird jedoch durch politische Hürden behindert“, sagt Heinrich Cordes.

Schließlich werde fast die Hälfte der jährlich geernteten Holzmasse der energetischen Nutzung direkt zugeführt, obwohl eine stoffliche Nutzung vorweg sinnvoll und durchaus möglich wäre.

Für Thomas Hoenig ist Holz das ideale Material. Denn: „Holz ist nicht nur klimaneutral, es hat auch eine positive Klimabilanz.“

Gymnasium Langenhagen (Jahrgang 11)