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Deutschland macht mehr aus Holz

Holztechnik aus Deutschland ist in der ganzen Welt gefragt. Das liegt vor allem an den guten Maschinen und der fundierten Ausbildung. Auf der weltweit größten Holzmesse LIGNA kann man sehen, warum das so ist.

Von Lisa Kaiser und Karen Früh

Wenn man über die weltgrößte Holzmesse LIGNA schlendert, ist von der Finanzkrise in Deutschland nichts mehr zu spüren:

Deutsche Maschinen und deutsche Holzfachleute sind so beliebt wie lange nicht mehr. Unzählige Besucher aus dem Ausland stehen Schlange, um sich deutsche Technik zeigen zu lassen oder direkt Verträge zu unterschreiben.

„,Made in Germany‘ ist ein Qualitätsmerkmal“, sagt Max Theobald, Technical Manager bei Leitz Asia. Die Firma aus Oberkochen stellt Präzisionswerkzeuge her und kann sich auf der Messe über viel Interesse freuen.

„Obwohl wir teurer sind, kaufen viele unsere deutschen Maschinen und Werkzeuge – wegen der Qualität.“ Deutsche Technik sei langlebiger, schneller, benötige weniger Wartung und sei deutlich bedienungsfreundlicher.

„Ein vermeintlich billiges Produkt ist oft nicht wirklich billig, da es schneller Verschleißerscheinungen aufweist.“

Know How ist gefragt

Damit man aber so gute Technik auch richtig nutzen kann, braucht man die passende Ausbildung.

In Deutschland basiert sie auf theoretischem und praxisorientiertem Lernen. „Aufgrund der vielfältigen Ausbildung haben deutsche Fachkräfte auch im internationalen Maßstab einen hervorragenden Ruf.

Sie gehen in andere Länder, um dort ihr Know-how zu übermitteln“, sagt Dieter Fink von Applikatio, einem Ingenieurbüro für Holztechnik.

Denn: „Außerhalb von Deutschland arbeiten viele Menschen im Holzhandwerk und in der Industrie ohne Ausbildung“, ergänzt Heiko Wörner, Projektleiter „Sektorentwicklung Holzindustrie“ in Vietnam.

„Das führt zu einem niedrigeren Standard an Fachwissen.“

Studieren geht über Probieren

Das Holzstudium in Deutschland verbindet theoretisches Fachwissen mit praktischer Arbeit“, hebt auch Diplom-Ingenieur Florian Resch von der Fakultät für Holztechnik und Bau der Hochschule Rosenheim hervor.

„Man lernt nicht nur die Theorie, sondern gleich auch die Praxis.“ Viele setzten sich in ihren Doktorarbeiten außerdem mit dem Lösen von Problemen bei der Verarbeitung und der Holztechnik selbst auseinander. „So etwas gibt es außerhalb Deutschlands nur selten.“

Deutschland exportiert also nicht nur Maschinen, sondern auch Know-how in viele Länder. Dänemark, Holland, Österreich oder die Schweiz haben sich inzwischen dem hohen Ausbildungsstandard angepasst.

Denn auch sie wissen: Gute technische Ausbildung und effiziente Technik begünstigen sich gegenseitig wie in einem Kreislauf.

Und bei Holz werden beide Aspekte immer wichtiger: „Der älteste Rohstoff wird auch der Rohstoff der Zukunft sein“, sagt Dennis Bieselt vom VDMA.

„Holz wächst nach, kann energiearm verarbeitet werden und speichert CO2.“ Die Aussichten auf Jobs in dem Bereich seien deshalb gut. Holzfachkräfte könnten in der ganzen Welt arbeiten. Die LIGNA 2011 warb also nicht nur für Holz, sondern auch für Deutschland.

Gymnasium Langenhagen (Jahrgang 11)