Energiewunder Holz

Holz speichert mehr CO2 als viele denken. Als klimaschützender Werkstoff wird es deswegen für viele immer attraktiver. Auf der Holzmesse LIGNA in Hannover kann man schon heute sehen, wie in Zukunft mit Holz das Klima geschützt werden kann.

Von Laura Ebeling und Olaf Kösel

Holz ist ein Klimaschützer, der ein ungeahntes Potenzial in sich birgt.“ Thomas Hoenig ist Experte, was Holz angeht. Der 25-Jährige ist Forstwissenschaftler in Göttingen – ein Beruf, der spannender ist, als sein Name auf den ersten Blick verrät.

Als Forstwissenschaftler leistet er durch die Bewirtschaftung der Wälder einen wichtigen Anteil zum Klimaschutz.

Denn die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern stellt die Basis für eine klimaschonende Zukunft dar. „Holz ist der einzige Rohstoff, der sowohl bei der Produktion als auch bei der Nutzung Kohlenstoff speichert.“

Thomas Hoenig muss deshalb darauf achten, dass nie mehr Holz geerntet wird als nachwächst.

Die Wälder werden nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet, denn sie sind mit all ihren Funktionen ein entscheidender Klimaschützer:

Jeder Baum nimmt pro Kubikmeter Holz etwa eine Tonne CO2 auf. Wenn man in Europa den Wald um zehn Prozent vergrößern würde, könnte man damit jene 25 Prozent CO2-Einsparung erreichen, die im Kyoto-Protokoll verlangt werden.

Die Verwendung ist entscheident

Aber nicht nur das Wachstum der Bäume, sondern auch die nachhaltige Verwendung von Holz, sei es stofflich oder energetisch, ist ein guter Beitrag zum Klimaschutz.

Das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) beispielsweise berät Gemeinden und Kommunen, wie sie Holz optimal nutzen können.

„Holzabfälle sind keinesfalls gleich ,Abfälle’“, sagt Martin Schutze, Fachreferent von HeRo. „Es kann mit einem positiven Beitrag zum Klimaschutz entsorgt werden.“

Die Weiterverarbeitung von Hölzern zu Hackschnitzeln oder Pellets sei nur eine von vielen Möglichkeiten, diese klimaschonend zu verwerten.

Als Beispiel: Ein 20 Jahre altes Einfamilienhaus mit einer Fläche von 100 bis 150 Quadratmetern hat einen Energiebedarf von 15 Kilowatt.

Mit einer herkömmlichen Ölheizung entspricht dies einem CO2-Ausstoß von 14 Tonnen pro Jahr. Eine Pellet-Heizung würde 75 bis 80 Prozent einsparen.

Neue Einsatzmöglichkeiten zum Klimaschutz

Um Holz noch klimaschonender einzusetzen, ist nicht nur die energetische, sondern auch die stoffliche Nutzung von großer Bedeutung, erklärt Heinrich Cordes, ehemaliger Vorsitzender des früheren Bundes deutscher Zimmermeister.

„Die stoffliche Verwendung von Holz bietet den Vorteil, dass das gespeicherte CO2 während der gesamten Nutzung nicht wieder an die Umwelt abgegeben wird.“

Ein Beispiel der stofflichen Nutzung ist das Passivhaus. Es besteht aus mit Dämmmaterialien kombiniertem Holz, das im Idealfall ohne zusätzliche Heizung auskommt.

„Steigende Energiepreise machen diese Form der Verwendung immer attraktiver“, sagt Cordes. Denn mit einer Amortisationszeit von etwa zehn Jahren rentiere sich so eine Immobilie relativ schnell.

Das bedeutet, dass nach zehn Jahren die ursprüngliche Investition gedeckt ist. Mit dem gesparten Geld kann der Besitzer dann beispielsweise eine Reise in die Karibik bezahlen und braucht wegen der eingesparten CO2-Emissionen auch kein schlechtes Gewissen wegen des Fluges haben.

Holz und Windkraft

Eine weitere Möglichkeit zur stofflichen Verwendung ist das Windrad aus Holz, das auf der LIGNA Hannover vorgestellt wurde.

Allein in dem Turm der Windkraftanlage sind etwa 2000 Tonnen CO2 gespeichert, und durch die vergleichsweise kostengünstige Aufbaumöglichkeit können nach Angaben des Herstellers bis zu 30 Prozent Kosten eingespart werden.

Das Gute beim Passivhaus und auch beim Holzwindkraftwerk ist, dass man das Holz nach dem Abriss immer noch zum Verfeuern benutzen kann.

Sei es fürs Heizen oder zur Stromgewinnung, beim Verbrennen von Holz wird genauso viel CO2 freigesetzt, wie vorher darin gespeichert wurde.

In Zeiten des Klimawandels, in denen das Thema Klimaschutz eine in der Öffentlichkeit breit diskutiert wird, gewinnt die Suche nach erneuerbaren Energien immer größerer Bedeutung.

Holznutzung lohnt sich finanziell

Die nachhaltige Nutzung von Holz ist dabei eine sinnvolle und wirtschaftlich rentable Alternative zu herkömmlichen Rohstoffen wie Öl oder Gas.

„Die stoffliche und energetische Verwendung von Holz wird jedoch durch politische Hürden behindert“, sagt Heinrich Cordes.

Schließlich werde fast die Hälfte der jährlich geernteten Holzmasse der energetischen Nutzung direkt zugeführt, obwohl eine stoffliche Nutzung vorweg sinnvoll und durchaus möglich wäre.

Für Thomas Hoenig ist Holz das ideale Material. Denn: „Holz ist nicht nur klimaneutral, es hat auch eine positive Klimabilanz.“

Gymnasium Langenhagen (Jahrgang 11)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s