„Nutzen ja, nur eben nachhaltig“

2011 ist das Internationale Jahr der Wälder. Um unsere Wälder weiterhin erhalten zu können, nutzen wir das Prinzip der Nachhaltigkeit. Dieses weiß man besonders in der Holzwirtschaft zu schätzen.

Von Paula Matlach und Nuowei Wang

Das Internationale Jahr der Wälder auf der LIGNA

Ohne ihn … wäre Goethe unlesbar.“ „Ohne ihn … hätte Kolumbus nie Amerika entdeckt.“ Die Plakatkampagne zum Internationalen Jahr der Wälder, welches von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, zeigt auf, was alles ohne Bäume nicht möglich wäre. Besonders als Lebensraum und Lebensgrundlage ist der Wald wichtig.

Immerhin sind weltweit mindestens zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten auf ihn angewiesen, denn er schützt sie und sorgt für ihre Nahrung.

Wir Menschen nutzen ihn vor allem, um uns zu erholen, da die saubere Luft und die gesunde Atmosphäre zum Beispiel beim Sonntagsspaziergang oder bei einer Fahrradtour sehr angenehm sind.

Ebenso wichtig ist der wirtschaftliche Nutzen, den wir aus Wäldern ziehen können. „Wald ist natürlich auch eine Einkommensquelle“, sagt Frank Haufe, Forstexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, auf der Holzweltmesse LIGNA in Hannover.

100 Kubikmeter geerntetes Holz sichern einen Arbeitsplatz für ein ganzes Jahr.

Insgesamt beträgt die Holzernte in Deutschland jährlich 60 bis 80 Millionen Kubikmeter. Auch der Umsatz ist hoch. Die 800.000 Beschäftigten der Forst- und Holzbranche erwirtschaften 100 Milliarden Euro pro Jahr.

So viel nimmt ein internationaler Automobilkonzern im Jahr ein. „Darüber machen sich die Wenigsten Gedanken … Holzwirtschaft hat einen erheblichen Stellenwert“, stellt Haufe fest.

Doch die Wälder und damit auch alle ihre Funktionen und Nutzen sind begrenzt, falls wir nicht verantwortungsbewusst damit umgehen.

Das Jahr der Wälder soll die Menschen für diese Probleme öffnen und Konzepte zur Erhaltung der Waldflächen international verbreiten – nicht nur für heutige, sondern auch für kommende Generationen.

Diese Konzepte konzentrieren sich besonders auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz mithilfe von Holz.

Was vielen nicht klar ist:

Einen Baum zu fällen bedeutet nicht gleich die Umwelt zu schädigen. Es ist viel besser einen Tisch aus Holz zu kaufen als einen aus Kunststoff oder Metall.

Denn bei der Produktion von Holz entsteht kein Kohlenstoffdioxid, im Gegenteil, es speichert sogar den Kohlenstoff und reduziert damit den Gesamtanteil von CO2 in der Atmosphäre. Anders als bei der Herstellung beispielsweise von Plastik und Metall.

Nicht nur die klimaneutrale Produktion ist ein starkes Argument. Auch als Dämmstoff ist Holz besser geeignet als viele andere Materialien. Eine 30 Zentimeter dicke Holzwand dämmt genauso gut wie eine 120 Zentimeter dicke Backsteinwand.

Außerdem hat ein Kubikmeter Buchenholz dieselbe Heizkraft wie 190 Liter Heizöl.

Dennoch muss gewährleistet sein, dass der Waldbestand erhalten bleibt, damit man seine Vorteile noch über einen langen Zeitraum nutzen kann.

„Nutzen ja, nur eben nachhaltig“, meint Haufe.

Darauf wird gerade in Deutschland viel Wert gelegt. Denn nachdem im Mittelalter der Wald so intensiv genutzt wurde, dass die Waldfläche nur noch 5 Prozent betrug, suchte der spätere Begründer der nachhaltigen Forstwirtschaft, Hans-Carl von Calowitz, nach einer Lösung für dieses Problem. Er entwarf die Theorie der Nachhaltigkeit.

Das Prinzip ist einfach: Man nimmt nur so viel wie auch produziert werden kann, am besten noch weniger, damit sich der Bestand auch aufstocken lässt. Wenn man also zwei Bäume abschlägt, sollte man dafür sorgen, dass drei nachwachsen. In Deutschland hat sich dieses Prinzip schon lange durchgesetzt.

So haben wir es mit diesem Ansatz geschafft, unseren Waldbestand auf etwas mehr als ein Drittel der Gesamtfläche von Deutschland aufzuforsten.

Jetzt müsste dieses Verfahren auch in anderen Ländern umgesetzt werden, in denen immer noch unverantwortlich mit dem Wald umgegangen wird.

Zum Beispiel in Brasilien, wo die Schwierigkeit, nicht – wie viele Menschen meinen – nur im Abholzen der Wälder liegt, sondern vielmehr im Abbrennen großräumiger Flächen, um diese als Weiden zu nutzen.

Um diese Gedanken auch dort umzusetzen, gibt es 2011 viele internationale Aktionen und Kampagnen zum Jahr der Wälder.

Eine Idee, die auch schon teilweise umgesetzt wird, sind die sogennanten CO2-Zertifikate. Diese Siegel garantieren dem Verbraucher, dass das gekaufte Holz aus nachhaltigem Anbau stammt.

Durch das Jahr der Wälder erhofft man sich also unter anderem, das Prinzip der Nachhaltigkeit und auch andere oben genannte Ideen in vielen Ländern umzusetzen und so ein verstärktes Bewusstsein für Umwelt zu verbreiten.

Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover (Jahrgang 10)

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2 Antworten zu “„Nutzen ja, nur eben nachhaltig“

  1. Hallo Lignatalents,
    Wir sind eigentlich im 10. Jahrgang, nicht im Neunten, kann man das noch ändern? Das wäre nett, p+n

    • Hallo ihr beiden.

      Wow, das tut uns aufrichtig Leid und wir haben es natürlich sofort geändert.
      Herzlichen Glückwunsch zum dritten Platz, übrigens.

      Liebe Grüße,
      das LIGNA Talents Team

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